China und seine Wirtschaft

Der schrittweise Übergang zu einer immer stärkeren marktwirtschaftlichen Orientierung hat große Wachstumskräfte in China freigesetzt. Die Volksrepublik China meldet Wirtschaftsdaten, von denen die Nachbarstaaten und Konkurrenten nur träumen. China ist inzwischen die sechstgrößte Volkswirtschaft und drittgrößte Handelsnation der Welt. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von knapp über 1.000 USD bleibt es aber auch das weltgrößte Entwicklungsland. Auch nach 25 Jahren der "Reform- und Öffnungspolitik" (Beginn: 1978) befindet sich China immer noch im Übergang zur Marktwirtschaft, von einer primär landwirtschaftlichen zur industriellen und Dienstleistungswirtschaft, von einer geschlossenen zu einer offenen Wirtschaft. Der Beitritt des Landes zur Welthandelsorganisation (WTO) Ende 2001 stellte nicht nur eine umfassende Verpflichtungserklärung Chinas und der WTO-Mitglieder zur Wiedereingliederung des Riesenlandes in das Weltwirtschaftssystem dar, sondern war auch für die chinesische Öffentlichkeit ein klares Zeichen der Hinwendung ihres Landes zur Welt.
Doch China steht unverändert vor gewaltigen Aufgaben: 800 Mio. Menschen leben auf dem Lande, von denen noch über die Hälfte in ihrer wirtschaftlichen Existenz von der Landwirtschaft abhängt. Die Landwirtschaft trägt aber nur noch knapp 15 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Ihr Anteil sinkt, während die Anteile von Industrie (53%) und Dienstleistungen (rund 32%) steigen - China wird daher auf absehbare Zeit ein Niedriglohnland bleiben.

China 2004: Die von vielen befürchtete Überhitzung der Konjunktur bleibt aus. Der Regierung gelang es, mit geld- und zinspolitischen Maßnahmen einen makroökonomischen Steuerungsprozess einzuleiten, der zum Jahresende eine Wachstumsrate von 9,5 Prozent erbrachte. Dies mag für eine nachhaltige Entwicklung weiterhin ein zu hoher Wert sein: Engpässe treten auf bei der Rohstoff- und Energieversorgung ebenso wie in vielen Bereichen der Infrastruktur. China bleibt damit auch im weltwirtschaftlichen Maßstab eine Wachstumslokomotive. Als sechstgrößte Volkswirtschaft, drittgrößte Handelsnation und mit über 600 Mrd. USD und den weltweit zweithöchsten Devisenreserven ist China zu einer ernstzunehmenden Größe in der Weltwirtschaft und der neben Japan entscheidenden - und dynamischeren - Wirtschaftsmacht in der Region herangewachsen. Ausländische Unternehmen investierten – gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich zulegend – 2004 ca. 60,6 Mrd. USD; die Volksrepublik war damit das weltweit attraktivste Zielland für Direktinvestitionen. 2004 ist China endgültig auf den dritten Platz der größten Handelsnationen der Welt vorgerückt. Der chinesische Außenhandel entwickelte sich angesichts der weltwirtschaftlichen Lage spektakulär. Ex- wie Importe haben im vergangenen Jahr jeweils um mehr als 30 Prozent zugenommen, das Außenhandelsvolumen stieg von gut 851 Mrd. USD auf mehr als 1.154 Mrd. USD, der Handelsbilanzüberschuss stieg wieder auf 32 Mrd. USD. Die wichtigsten Exportgüter Chinas sind Maschinen, elektronische Produkte sowie Textilien. Der Wegfall der Textilquotierung zum Jahresbeginn 2005 wird in diesem Bereich den chinesischen Herstellern und Exporteuren einen weiteren, deutlichen Auftrieb verleihen. Maschinen, mineralische und chemische Produkte sowie Metalle und Textilien dominieren den chinesischen Import, der im vergangenen Jahr ein Volumen von ca. 560 Mrd. USD erreichte.

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